Flohsamenschalen

(Von Axel Koßwig)

Herkunft

Die indischen Flohsamenschalen werden vornehmlich in Indien, Iran und Pakistan angebaut und aus den Samen der Pflanze Plantago ovata gewonnen. Die indischen Flohsamen werden zerkleinert und gemahlen, sowie von sonstigen Samenbestandteilen getrennt. Die gewonnen Samenschalen enthalten sehr hohe Schleimmengen.

Anwendungsgebiete

So seltsam wie es klingt, wirken Flohsamenschalen sowohl bei Obsitpation (Verstopfung) als auch bei Diarrhoe (Durchfall). Sie können auch bei anderen Erkrankungen wie Analfissuren, Hämorrhoiden, nach rektal-analen operativen Eingriffen und in der Schwangerschaft zur Unterstützung einer erleichterten Darmentleerung eingesetzt werden.

Wirkungsweise

Das indische Flohsamenschalen bei Diarrhoe und bei Obstipation eingesetzt werden können, erklärt sich durch die große Wasserbindungsfähigkeit. Für das starke Quellverhalten sind sogenannte Schleimpolysaccharide verantwortlich, die sich in den Samenschalen befinden.
Durch die große Wasserbindungsfähigkeit der indischen Flohsamenschalen wird der Stuhl formbar und gleichzeitig wird die Darmpassage verzögert. Dadurch ist ein Einsatz bei Diarrhoe möglich. Bei der Obstipation stellt sich dagegen eine andere Wirkungsweise dar: Die zuvor erwähnten Schleimstoffe bewirken ein vergrößertes Stuhlvolumen. Dieser übt einen Dehnungsreiz auf die Darmwand aus, wodurch die Darmpassage verkürzt wird. Zusammengefasst bewirken die indischen Flohsamenschalen somit eine Stuhlregulierende Wirkung.

Dauer der Anwendung

Aufgrund des physiologischen Wirkprinzips besteht keine Einschränkung der Anwendungsdauer. Wenn notwendig, können die Flohsamenschalen über Jahre hinweg eingenommen werden.

Nebenwirkungen

Durch die Quellwirkung kann es vereinzelt zu Völlegefühl und Appetitmangel kommen. Des Weiteren sind Blähungen möglich. Vereinzelt kann es zu Überempfindlichkeitsreaktionen kommen.

Wechselwirkungen

Während der Einnahme kann es zu einer verminderten Aufnahme und damit zu einer herabgesetzten Wirkung anderer Arzneimittel kommen. Die Einnahme der indischen Flohsamenschalen sollte daher in einem Zeitabstand von mindestens einer Stunde zu anderen Arzneimitteln erfolgen.

Gegenanzeigen

Bei einem möglichen Darmverschluss, bei krankhaften Verengungen der Speiseröhre und des Magen-Darm-Traktes dürfen Flohsamenschalen nicht angewandt bzw. erst nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Dosierung

So vielfach wie die Wirkungsweise der indischen Flohsamenschalen ist, so individuell ist auch die Dosierung. Wann und in welcher Menge die indischen Flohsamenschalen eingenommen werden sollten, ist durch den Anwender selber auszuprobieren. Bewährt haben sich folgende Dosierungen:

Diarrhoe: Ein bis zwei Teelöffel in eine Kaffeetasse mit Wasser geben. Kurz umrühren und direkt trinken. Dies kann ein bis zweimal täglich erfolgen. Die Einnahme vor den Mahlzeiten führt zu einem früheren Sättigungsgefühl. Soll dieser nicht erzeugt werden, empfiehlt sich die Einnahme direkt nach der Mahlzeit.

Obstipation: Ein bis zwei Teelöffel in eine Kaffeetasse mit Wasser geben. Kurz umrühren und ein paar Minuten quellen lassen. Eine großes Glas Wasser nachtrinken. Dies kann ein bis zweimal täglich erfolgen. Die Einnahme vor den Mahlzeiten führt zu einem früheren Sättigungsgefühl. Soll dieser nicht erzeugt werden, empfiehlt sich die Einnahme direkt nach der Mahlzeit.

Darreichung

Die indischen Flohsamenschalen gibt es sowohl in fertigen Kombinationsprodukten als auch als reines Produkt ohne Zusatzstoffe wie z.B. Farbstoffe, Aspartam und Zitronensäure. Da durch die enthaltenen Zusatzstoffe bestehende Allergien und Intoleranzen ausgelöst werden können, empfiehlt sich die Einnahme der reinen Flohsamenschalen.



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